Chancengerechtigkeit in der „Bildungsrepublik“ – Nachholbedarf in allen Bundesländern

Die Ergebnisse des Ländervergleichs

In der vergangenen Woche war Angela Merkel zu Gast bei der Kultusministerkonferenz in Berlin. Es war das erste Mal überhaupt, dass eine Bundeskanzlerin oder ein Bundeskanzler an einer KMK-Sitzung teilnahm, denn im föderalen Deutschland ist Bildung ja eigentlich Ländersache. Eigentlich. Um zu signalisieren, für wie bedeutsam sie dieses Thema hält, hatte die Kanzlerin 2008 die "Bildungsrepublik" ausgerufen. Damals hatte der Nationale Bildungsbericht Anlass zu Besorgnis gegeben, weil er – … » Mehr…

Die Digitale Schule auf dem Vormarsch – Auf der didacta 2012 wird der Leitmedienwechsel gefeiert

Minister Althusmann bei der Preisverleihung des digita

Am Mittwoch war ich wieder einmal auf der didacta, die diesmal in Hannover stattfand. Die „weltweit größte Bildungsmesse“ hat sich im Lauf der Jahre verändert, so mein Eindruck. Das lässt sich an kleinen Details festmachen – zeigt sich aber auch an den großen Megatrends. Zu den kleineren Dingen zählt vielleicht, dass es in früheren Jahren eher die Lehrkräfte waren, die von sich aus aktiv geworden sind und sich als Jäger und Sammler auf der Messe nach pädagogisch Brauchbarem … » Mehr…

Zerrbilder der Statistik: der angeblich unqualifizierte Migrant

Anteil der Bevölkerung ohne Schulabschluss nach Migrationsstatus und Alter

Diese Woche ist der neue Mikrozensus herausgekommen. Er zeigt, dass die Vielfalt im Land weiter steigt: der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung hat sich 2010 weiter erhöht. Nun streicht die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes heraus, dass Migranten im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ein niedrigeres Bildungsniveau haben (Pressemitteilung Nr.355 vom 26.09.2011). 15,3 Prozent hätten keinen Schulabschluss, während das bei den … » Mehr…

Schlüsselwort „Schüleraktivierung“ – wie Lehrkräfte ihr Rollenbild neu entwerfen können

Wissensvermittler oder Lerncoach?

„Dem Kind gehört der erste Platz, und der Lehrer folgt ihm und unterstützt es. Er muss auf seine eigene Aktivität zugunsten des Kindes verzichten. Er muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann.“ Mit diesen Worten hält Maria Montessori die Grundgedanken ihrer Pädagogik fest. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Reformpädagogin auf Eigenständigkeit beim Lernen. Ende des 20. Jahrhundert wird diese Forderung von vielen Pädagogen wiederentdeckt und  ganz oben … » Mehr…

Individuelle Förderung ist längst noch nicht da, wo wir sie brauchen!

Prof. Christian Fischer

Interview mit Prof. Christian Fischer, wissenschaftlicher Leiter des Landeskompetenzzentrums für Individuelle Förderung in Münster         Konnten Eltern eigentlich bisher nicht davon ausgehen, dass ihr Kind als „lernendes Individuum“ gesehen wurde? Was ist so „neu“ an der individuellen Förderung? Im Rahmen der schulischen Qualitätsanalyse ist z. B. in Nordrhein-Westfalen festgestellt worden, dass die Unterrichtsentwicklung mit dem Ziel, individuell zu fördern, eine … » Mehr…

Den ganzen Menschen fördern

Robinsbalje

Individuelle Förderung hat mehr im Blick als die Lernleistungen von Kindern. Das gilt grundsätzlich. Das gilt aber besonders für Schule im sozialen Brennpunkt. Dort also, wo ohne den Blick auf das familiäre, kulturelle und soziale Umfeld gar nichts geht. Es war an einem Montag in der zweiten Stunde, als Ela wieder mit dem Rechnen begann. Zwei Euro plus ein Euro und fünfzig Cent. Eigentlich nicht schwer für das achtjährige Mädchen kurdischer Herkunft. „Eine gute Schülerin, … » Mehr…

Und schon wieder neue Herausforderungen für die Schule – Gedanken darüber, wie man sie vielleicht bestehen kann

Schule

Der langjährige Leiter des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums in Gütersloh, Dr. Ulrich Engelen, beschreibt, wie Schulentwicklungsprozesse angebahnt werden können – und wie die Schulleitung diese unterstützen kann. Kurzdarstellung Mit dem Anspruch, Kinder und Jugendliche individuell zu fördern und Inklusion im Sinne der UN-Menschenrechtskonvention zu verwirklichen, ist eine grundlegende Veränderung der Schul- und Unterrichtskultur verbunden. Dies stellt Schulen vor große … » Mehr…

“Lernen ist ein aktiver Prozess. Ich kann als Lehrer nicht für meine Schülerinnen und Schüler lernen.’

Klaus Wenzel

Interview mit Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV)   Wie weit sind unsere Schulen von der Form individueller Förderung entfernt, wie wir sie uns heute wünschen? Ich sehe uns da ziemlich weit entfernt. Das ist nicht nur eine Aufgabe für die nächsten Jahre, sondern für die nächsten Jahrzehnte. Die Entwicklung dahin muss zunächst einmal in unseren Köpfen passieren. Sie beginnt mit einem veränderten Denken und sie endet mit einer … » Mehr…

Die Vorbereitungen für das Herbst-EduCamp in Bielefeld #ecbi11 haben begonnen!

Raumplan

Das Wichtigste vorab: der Zeitpunkt für das achte EduCamp steht fest, eine bestens geeignete Örtlichkeit ist gefunden und ein hoch motiviertes Organisationsteam ist entschlossen, die Veranstaltung für alle Teilnehmenden wieder zu einem spannenden und anregenden Ereignis zu machen. Das Motto für die Tage vom 18. bis 20. November lautet „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“. Der Samstag und Sonntag gehören dabei wieder ganz den offenen Formaten des EduCamps. Am Freitag zuvor … » Mehr…

Vom Staat bezahlte außerschulische Nachhilfe – eine Kapitulationserklärung der Politik?

Laut einer Studie nehmen 1,1 Millionen Schüler regelmäßig Nachhilfe - privat finanzierter Förderunterricht ist bereits in der Grundschule verbreitet. Anstatt in die Qualität der Schulen und des Unterrichts zu investieren, damit außerschulische Lernförderung überflüssig wird, setzt die Bundesregierung mit dem Bildungspaket lieber auf kommerzielle Nachhilfeorganisationen. Politik erscheint zuweilen etwas widersprüchlich. Dies sei exemplarisch am Thema „Individuelle Förderung“ und … » Mehr…