Lernbüros: Arbeit mit Kompetenzrastern © Veit Mette, Bielefeld

„Was hast’n du in Mathe?“ war gestern

Selbstgesteuertes Lernen mit Kompetenzrastern
Selbstgesteuertes Lernen mit Kompetenzrastern

Als Schüler habe ich eigentlich nie so genau gewusst, wozu gelernt wird. Angestrengt habe ich mich nur der Noten wegen. Die Idee, dass ich durch Lernen vor allem meine eigenen Kompetenzen trainierte, war mir nicht sehr präsent. Einen Überblick darüber, was am Ende eines Schuljahres „geschafft“ war und was ich als nächstes lernen würde, hatte ich schon gar nicht. Das könnte künftig anders werden: Mithilfe von Kompetenzrastern kann man Schülern transparent machen, welche Fähigkeiten sie brauchen, um Erfolg zu haben. Die Schüler können genau sehen, wo im Lernprozess sie gerade stehen. Und das Schönste ist: Jeder von ihnen kann im eigenen Raster die persönlichen Fortschritte festhalten. Beste Voraussetzungen für individuelle Förderung!

Am Institut Beatenberg, einer innovativen Schule in der Schweiz, wird die Gestaltung der Lernprozesse hin zu den Lernenden verlagert. Um diese Selbststeuerung zu ermöglichen, hat die Schule im Laufe der Jahre verschiedene Instrumente entwickelt und weiterentwickelt. Kompetenzraster sind eines davon. Mit ihrer Hilfe werden die Anforderungen eines Fachgebiets oder überfachlichen Kompetenzbereichs transparent gemacht: Ein Kompetenzraster bietet eine tabellarische Übersicht über die zu erwerbenden Kompetenzen aus Schülersicht. Es ist als Matrix aus Kriterien und Niveaustufen aufgebaut, in der die Felder die Inhalte und Qualitätsmerkmale in Form präziser „Ich-kann-Formulierungen“ definieren. Ein Kompetenzraster gibt Auskunft über Fähigkeiten – es zeigt, was ein Lerner kann, und was er noch alles lernen könnte. Die Lernenden können sich in diesem curricularen Bezugsrahmen positionieren, indem sie darin ihre individuelle Ausgangssituation, ihre Ziele bzw. die Vorgaben sowie ihre Lernergebnisse vermerken.

Kompetenzraster sind eng verbunden mit weiteren Instrumenten zum Selbstmanagement von Lernprozessen wie: „Layout“, „Portfolio“, „Smarties“, „Lernjobs“. Lehrerinnen und Lehrer übernehmen dabei zunehmend eine Rolle als Lerncoach, Sparringpartner, Facilitator, Lernberater.

Mit der Umstellung der Lehrpläne auf Bildungsstandards erfolgt auch hierzulande eine stärkere Kompetenzorientierung. Für viele Schulen könnten Kompetenzraster zu einem wichtigen Hilfsmittel werden, das im Unterricht methodisch variabel eingesetzt wird. Einige Schulen (z. B. die Max-Brauer-Schule in Hamburg oder die IGS Schaumburg in Niedersachsen) haben damit bereits seit längerem positive Erfahrungen gemacht.

Eine umfassendere Beschreibung der Arbeit mit Kompetenzrastern am Institut Beatenberg ist im Internet unter http://www.toolbox-bildung.de/ zu finden.


Kommentar verfassen