Ermutigung, Anerkennung und Wertschätzung als Grundlage für individuelle Förderung

Welche Einstellungen und Kompetenzen braucht es für individuelle Förderung?

Ermutigung, Anerkennung und Wertschätzung als Grundlage für individuelle Förderung
Ermutigung, Anerkennung und Wertschätzung als Grundlage für individuelle Förderung

Für die Umsetzung von individueller Förderung nehmen Lehrerinnen und Lehrer eine ganz besondere Rolle ein: Es liegt unmittelbar an ihnen, ihren Einstellungen und Kompetenzen, ob Kinder und Jugendliche wirksam individuell gefördert werden. Den Kompetenzen wird hier im Blog eine eigene Serie gewidmet sein.

Für den Erfolg individueller Förderung spielt zunächst die Einstellung der Lehrkräfte eine wesentliche Rolle – individuelle Förderung heißt, den Blick stärker auf das einzelne Kind zu richten. Im Detail bedeutet das:  „Jedes Kind kann und soll gefördert werden. Jedes Kind will lernen.“ Eine solche Grundeinstellung orientiert sich am einzelnen Schüler und nicht mehr in erster Linie an den „Mittelköpfen“ einer Klasse – also der bislang weit verbreiteten Vorstellung, dass man eine Lerngruppe im Gleichschritt zum Lernerfolg führen kann. Das hat Auswirkungen darauf, wie eine Lehrkraft sich selbst versteht: In dem Moment, in dem sie den einzelnen Schüler in den Blick nimmt, ist sie nicht mehr nur Wissensvermittler, sondern vor allem Lernberater. Sie versucht, jede Schülerin / jeden Schüler ihrem / seinem Lern- und Entwicklungsstand entsprechend so zu fördern, dass sie / er die Lernwege möglichst mitbestimmen und aktiv lernen kann. Die dahinter liegende Sichtweise ist stärkenorientiert: Jede Schülerin und jeder Schüler hat Talente und Fähigkeiten, die sich entfalten lassen, und kann und will auf Wissen und Kompetenzen aufbauen und dazulernen. Wenn gegenseitiger Respekt, Vertrauen und Wertschätzung oberste Prinzipien des Umgangs miteinander in der Schule sind, ist der Grundstein für individuelle Förderung gelegt.

Neben den Einstellungen benötigen Lehrerinnen  und Lehrer gleichzeitig ein Repertoire an Kompetenzen, um die Potenziale ihrer Schülerinnen und Schüler zur Entfaltung zu bringen:

  • Pädagogische Diagnosekompetenz
  • Didaktisch-methodische Kompetenz
  • Klassenführungskompetenz
  • Feedback- und Beurteilungskompetenz
  • Teamkompetenz
  • Planungskompetenz

Dabei ist wesentlich, dass sich die oben genannten Kompetenzen in der konkreten Unterrichtssituation entfalten. So bezieht sich die Diagnosekompetenz vor allem darauf, den Lern- und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler aus fachlicher Sicht einzuschätzen. Die didaktisch-methodische Kompetenz ist dann wirksam, wenn sie mit fachlichem Wissen und der Fähigkeit, fachliche Inhalte interessant zu vermitteln, einhergeht. Die Fachlichkeit darf und soll also nicht in den Hintergrund rücken – in den Worten des Unterrichtsforschers Andreas Helmke: „Überspitzt ausgedrückt: Fachliche Korrektheit ist zwar nicht alles, aber ohne fachliche Richtigkeit und Genauigkeit ist alles andere nichts.“ Die Grundlage für die Fachkompetenz der Lehrkräfte wird maßgeblich in der ersten Phase der Lehrerausbildung (Lehramtsstudium / Master of Education) geschaffen. Auf sie möchte ich an dieser Stelle gar nicht im Detail eingehen. Alle anderen Kompetenzbereiche werde ich in nachfolgenden Blog-Beiträgen dafür näher beleuchten. Teil 1 dieser Serie wird ein Beitrag zur Diagnosekompetenz sein.


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