Die Arbeit im Team kann die einzelne Lehrkraft erheblich entlasten.

Die lieben Kollegen… Warum Teamkompetenz unter Lehrern so wichtig ist

Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Reihe über wichtige Lehrerkompetenzen im Kontext individueller Förderung fort. Teil 5 widmet sich der Kooperation im Kollegium.

Die Arbeit im Team kann die einzelne Lehrkraft erheblich entlasten.
Die Arbeit im Team kann die einzelne Lehrkraft erheblich entlasten.

Im Rahmen der Zeit, die eine Lehrkraft mit ihren Schülerinnen und Schülern hat, kann sie diese durchaus in ihrem Lernen fördern. Ohne sich jedoch mit anderen Lehrkräften über Ziele, Unterrichtsformen und -materialien, Regeln und Rituale, Formen der Leistungsrückmeldung und -bewertung, Diagnoseverfahren etc. abzustimmen und ohne den Austausch über die einzelnen Schülerinnen und Schüler zu suchen, wird die gezielte individuelle Förderung an Grenzen stoßen.

Dabei können die Arbeit im Team, das gegenseitige Hospitieren im Unterricht und der Austausch von Erfahrungen und Materialien, die Abstimmung der didaktisch-methodischen Gestaltung von Unterrichtsreihen die einzelne Lehrkraft erheblich entlasten: Die Erich Kästner Realschule plus in Ransbach-Baumbach dokumentiert bspw., wie die eingeführten Teamstrukturen zu einem Mehr an Entlastung, Kreativität, gegenseitigem Vertrauen, Zusammenarbeit und Miteinander geführt haben (Teamstrukturen zur Unterrichtsentwicklung). Zudem können durch konsequente Teamarbeit Lernprozesse aus Sicht der Schüler kohärenter gestaltet werden. Die Kompetenz und der Wille im Team zu arbeiten, sind deshalb essentiell.

dass so wenig gegenseitige Information über den Unterricht und Unterrichtsvorhaben stattfand, dass Lehrerinnen und Lehrer sich nicht über Materialien austauschten. Jeder Lehrer fühlte sich alleine verantwortlich für seinen Unterricht und blieb auf sein eigenes Fach zentriert.“ (Ratzki: 2009)

Dienstbesprechungen und Konferenzen, Absprachen in Fach- und Jahrgangsteams werden häufig als zusätzliche zeitliche Belastung wahrgenommen, da die Arbeitszeit der Lehrkräfte ausschließlich nach Unterrichtsstunden bemessen wird und „Zeit für Teamarbeit auf Kosten von Freizeit geht.“ Hier braucht es ein Umdenken und ggf. auch ein anderes Modell zur Bemessung der Lehrerarbeitszeit, das gemeinsame Planungszeit genauso berücksichtigt wie Korrekturaufwände.

Fazit:

  • Teamarbeit braucht Zeit, bringt aber auch eine Entlastung mit sich
  • Ohne Teamarbeit kann individuelle Förderung nur eingeschränkt an einer Schule verankert werden
  • Teamarbeit selbst muss gelernt werden, professionelle Lerngemeinschaften (Helmke: 2009) müssen ihren Aktionsraum selbst definieren und gestalten

Kommentare

  1. / von Anna ratzki | Acticore

    […] Die lieben Kollegen… Warum Teamkompetenz unter Lehrern so … […]

  2. / von Christiane Schmidt

    kann Sinn und Nutzen einer kooperativen Haltung im LehrerInnen-Kollegium und angewandte kollegiale-Teamarbeit nur bestätigen: s. in meiner Webseite unter „Downloads“: in der Justus-von-Liebig-Schule hatte ich als Trainerin für Situationsdynamik Gelegenheit, in vier Jahren die ersten LehrerInnen zu TrainerInnen auszubilden, deren eigene Konzeptionen ebenfalls auf meiner Webseite abrufbar sind. Während ihrer Ausbildung organisierten sie sich im kollegialen Austausch an der Schule – und trainierten gemeinsam mit ihren Klassen Teamarbeit… Trainer-Ausbildung ist jetzt beendet – kollegiale Kooperation und Trainings in der Schule gehen weiter… Freue mich auf Rückmeldungen hierzu!
    Herzliche Grüße, Christiane Schmidt

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